|

|
|
|
Allgemeine Produktinformationen
|
Die allgemeinen Produktinformationen enthalten detaillierte Informationen zu Zulassungen, Normanforderungen, technischen Details, Verwendungshinweisen und Prüfdetails.
|
|
Inhalt
|
|
Produktenorm - Gerätenorm
|
Top
|
|
|
Die Produktenormen enthalten nur Mindestanforderungen. Es ist zu beachten, dass Gerätenormen Anforderungen enthalten können, die zusätzlich zu den in den Produktnormen festgelegten gelten oder von diesen abweichen.
|
|
Hinweis auf verwendete Definitionen
|
Top
|
|
|
Beachten Sie, dass im deutschen Teil der SCHURTER-Kataloge und Datenblätter die Bezeichnung Nennwert gleichbedeutend ist mit Bemessungswert.
|
|
In der englischen Sprache kennen wir einen nominal value = Nennwert und einen rated value = Bemessungswert. Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten ist eine reine Definitionsangelegenheit. Um keine unnötigen Komplikationen zu verursachen, verwenden wir weiterhin die Nennwertbezeichnung.
|
|
CE-Kennzeichnung gemäss EU-Richtlinien
|
Top
|
|
|
Die CE-Kennzeichnung gibt an, dass ein Produkt die grundsätzlichen Forderungen der zutreffenden EU-Richtlinie erfüllt.
|
|
|
|
Das CE-Zeichen ist kein Qualitäts- oder Normenkonformitätszeichen, sondern ein reines Verwaltungszeichen.
|
|
SCHURTER-Produkte fallen in den Gültigkeitsbereich der Niederspannungsrichtlinie 72/73/EWG und 93/68/EWG. Diese gelten für Betriebsmittel mit einer Nennspannung zwischen AC 50 V und AC 1000 V sowie DC 75 V und DC 1500 V.
|
|
Die CE-Kennzeichnung der SCHURTER-Produkte befindet sich auf der Etikette der kleinsten Verpackungseinheit.
|
|
Auf Anfrage ist auch eine entsprechende CE-Konformitätserklärung erhältlich. CE-Konformitätserklärungen und Approbationen sind auch im Internet unter www.schurter.com abrufbar.
|
|
Konformität mit Produktenormen, nationalen Zulassungszeichen (Approbationen)
|
Top
|
|
|
Nationale Prüfstellen prüfen nach nationalen und internationalen Normen oder anderen allgemein anerkannten Regeln der Technik. Durch das Zulassungszeichen bescheinigen die Prütstellen die Einhaltung der sicherheitstechnischen Anforderungen, die an elektronische Produkte gestellt werden.
|
|
(Zeichen) |
|
European Norms
Electrical Certification |
|
(Zeichen) |
VDE |
Verband Deutscher Elektrotechniker |
|
(Gutachten mit Fertigungsüberwachung) |
|
|
UMF |
Universal Modular Fuse erfüllt den Standard IEC 60127-4 |
|
(Recognition) |
UL |
Underwriters' Laboratories (USA, Canada) |
|
(Listing) |
UL |
Underwriters' Laboratories (USA, Canada) |
|
(Recognition) |
UL |
Underwriters' Laboratories (USA) |
|
(Listing) |
UL |
Underwriters' Laboratories (USA, Canada) |
|
|
CSA |
Canadian Standard Association, Component Acceptance Service |
|
|
CSA |
Canadian Standard Association |
|
|
CCC |
China Compulsory Certification |
|
|
PSE |
Japan Electrical Safety & Environment technology Laboratories |
|
|
KTL |
Korea Testing Laboratory |
|
|
TÜV |
Technischer Überwachungsverein |
|
|
NF |
Norme française |
|
|
NNO |
Numéro de nomenclature Otan (OTAN = NATO = North Atlantic Treaty Organisation) |
|
|
GAM T1 |
Liste interarmées AIR MER TERRE de composants électroniques |
|
|
SEV |
Schweizerischer Elektrotechnischer Verein |
|
|
BSI |
British Standard Institute |
|
|
SEMKO |
Svenska Elektriska Materielkontrollanstalten |
|
|
NEMKO |
Norges Elektriske Materiellkontroll |
|
|
DEMKO |
Danmarks Elektriske Materielkontrol |
|
|
FIMKO |
Finnish Electrical Inspectorate |
|
|
ÖVE |
Österreichischer Verband für Elektrotechnik |
|
|
KEMA |
Keuring van Elektrotechnische Materialien |
|
|
IMQ |
Instituto italiano del marchio di qualità |
|
Approbationen
|
|
Die meisten Bauteile von SCHURTER sind zusätzlich zu den kombinierten UL/CSA-Zulassungen noch durch eine der europäischen Zulassungsbehörden wie VDE (Deutschland), Electrosuisse (Schweiz) oder SEMKO (Schweden) zertifiziert. Die Sicherheitsprüfverfahren der europäischen Zulassungsbehörden basieren auf einem gemeinsamen europäischen Sicherheitsstandard. Durch die Bemühungen, die Normen in Europa zu vereinheitlichen, verlieren die verschiedenen, nationalen Zulassungsbehörden immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund hat SCHURTER entschieden, nur eine europäische Zulassungslizenz beizuhalten (z. B. VDE, SEV oder SEMKO). Die anderen Lizenzen werden nach Ablauf der Laufzeit nicht mehr verlängert.
|
|
Da UL und CSA keine Mitglieder des CENELEC sind, sind die UL- und CSA-Standards noch nicht mit den europäischen Standards vereinheitlicht worden. UL und CSA versuchen zur Zeit ihre Standards untereinander zu harmonisieren. SCHURTER wird, wenn möglich, die kombinierten Prüfzeichen cULus oder cURus beantragen.
|
|
Durch die wirtschaftliche Entwicklung in Asien, verfügen viele Produkte von SCHURTER auch über Zulassungen für China, Japan und Korea.
|
|
Informationen zu Approbationen
|
|
SCHURTER Produkte sind nach EN / IEC Normen zertifiziert und tragen europaweit länderspezifische Prüfzeichen:
|
|
|
|
|
|
Während den letzten Jahren, haben sich europäische Länder bemüht ihre Prüfzeichen auf ein allgemein anerkanntes zu reduzieren. Das ENEC Prüfzeichen löst (wo möglich) die bisherigen Prüfzeichen ab. Das ENEC Prüfzeichen wird von allen nationalen Zertifizierungsstellen, die das Europäische Zertifizierungsabkommen (CCA) unterzeichnet haben, angeboten.
|
|
SCHURTER hat sich dazu entschieden die Vielfalt der europäischen Prüfzeichen zu reduzieren. Für Neuapprobationen von SCHURTERteilen, wird in Zukunft nur noch das ENEC genannt:
|
|
|
|
Zulassungen für USA und Kanada erfolgen entsprechend UL- und CSA-Normen:
|
|
|
|
Da UL und CSA nicht Mitglied von CENELEC sind, sind diese beiden nicht im Einklang mit den europäischen Prüfzeichen. Überall wo es möglich ist, will SCHURTER das kombinierte cULus Prüfzeichen erlangen:
|
|
|
|
Das chinesische Prüfzeichen ist seit dem 1.8.2003 für den Import nach China für viele Produkte erforderlich. SCHURTER ist bestrebt, für betroffene Produkte die Zulassung zu erlangen. Für nicht prüfbare Produkte bieten wir ein Import-Zertifikat an (Free of CCC).
|
|
|
|
Weiter Informationen:
|
|
http://www.enec.com
|
|
Approval Industry Links
|
|
01
|
AENOR
|
Spanien
|
|
02
|
CEBEC
|
Belgien
|
|
03
|
IMQ
|
Italien
|
|
04
|
CERTIF
|
Portugal
|
|
05
|
KEMA
|
Holland
|
|
06
|
NSAI
|
Irland
|
|
07
|
SEE
|
Luxemburg
|
|
08
|
LCIE
|
Frankreich
|
|
09
|
ELOT
|
Griechenland
|
|
10
|
VDE
|
Deutschland
|
|
11
|
OVE
|
Österreich
|
|
12
|
BSI
|
Grossbritannien
|
|
13
|
SEV
|
Schweiz
|
|
14
|
SEMKO
|
Schweden
|
|
15
|
DEMKO
|
Dänemark
|
|
16
|
FIMKO
|
Finnland
|
|
17
|
NEMKO
|
Norwegen
|
|
18
|
MEEI
|
Ungarn
|
|
19
|
BEAB
|
Grossbritannien
|
|
20
|
ASTA
|
Grossbritannien
|
|
21
|
EZU
|
Tschechien
|
|
22
|
SIQ
|
Slowenien
|
|
23
|
-
|
-
|
|
24
|
TÜV
|
Rheinland
|
|
25
|
TÜV
|
PS
|
|
IP Schutzgrade durch Gehäuse (IP Code)
|
Top
|
|
|
Norm IEC 60529, EN 60529 und DIN 40050
|
|
|
|
Anwendungsbereich
|
|
Diese Normen finden Anwendung bei der Einteilung von Schutzgraden für Gehäuse von elektrischen Betriebsmitteln, deren Nennspannung 72,5 kV nicht überschreitet.
|
|
Zweck
|
|
Der Zweck dieser Normen ist es, folgendes festzulegen:
|
|
a) Begriffe für Schutzgrade durch Gehäuse von elektrischen Betriebsmitteln, betreffend:
|
|
1. Schutz von Personen gegen das Berühren von gefährlichen Teilen innerhalb des Gehäuses.
|
|
2. Schutz des Betriebsmittels innerhalb des Gehäuses gegen Eindringen von festen Fremdkörpern.
|
|
3. Schutz des Betriebsmittels innerhalb des Gehäuses gegen schädliche Einwirkungen durch das Eindringen von Wasser.
|
|
b) Bezeichnungen für diese Schutzgrade.
|
|
c) Anforderungen für jede Bezeichnung.
|
|
d) Prüfungen, die durchzuführen sind, um zu bestätigen, dass das Gehäuse die Anforderungen dieser Normen erfüllt.
|
|
Bezeichnungen
|
|
Der Schutzgrad durch ein Gehäuse wird durch den IP Code in folgender Weise angezeigt:
|
|
Bestandteile des IP Code und ihre Bedeutungen
|
|
Eine kurze Beschreibung der IP Code-Bestandteile ist in der folgenden Tabelle gegeben.
|
|
IP xy
|
Bedeutung für den Schutz des Betriebsmittels
|
Bedeutung für den Schutz von Personen
|
| |
Gegen Eindringen von festen Fremdkörpern
|
Gegen Berühren von gefährlichen Teilen mit
|
|
x = 0
|
(nicht geschützt)
|
(nicht geschützt)
|
|
x = 1
|
50 mm Durchmesser
|
Handrücken
|
|
x = 2
|
12,5 mm Durchmesser
|
Finger
|
|
x = 3
|
2,5 mm Durchmesser
|
Werkzeug
|
|
x = 4
|
1,0 mm Durchmesser
|
Draht
|
|
x = 5
|
staubgeschützt
|
Draht
|
|
x = 6
|
staubdicht
|
Draht
|
| |
|
|
| |
Gegen Eindringen von Wasser mit schädlichen Wirkungen
|
|
|
y = 0
|
(nicht geschützt)
|
|
|
y = 1
|
senkrechtes Tropfen
|
|
|
y = 2
|
Tropfen (15° Neigung)
|
|
|
y = 3
|
Sprühwasser
|
|
|
y = 4
|
Spritzwasser
|
|
|
y = 5
|
Strahlwasser
|
|
|
y = 6
|
starkes Strahlwasser
|
|
|
y = 7
|
zeitweiliges Untertauchen
|
|
|
y = 8
|
dauerndes Untertauchen
|
|
|
y = 9K
|
Hochdruck- resp. Dampfstrahlreinigung
|
|
|
|
|
(Schutz gegen gefährliche Körperströme)
|
|
1. Schutz gegen direktes und indirektes Berühren (Allgemeines)
|
|
Der Schutz gegen gefährliche Körperströme bei elektrischen Betriebsmitteln sowie deren Komponenten gliedert sich in folgende zwei Teile:
|
| • |
Schutz gegen direktes Berühren unter Spannung stehender (aktiver) Teile. Betrifft alle Massnahmen zum Schutz von Personen und Tieren vor Gefahren, die sich aus einer direkten Berührung aktiver Teile elektrischer Betriebsmittel sowie deren Komponenten ergeben. |
|
| • |
Schutz bei indirektem Berühren ist der Schutz von Personen und Tieren vor Gefahren, die sich beim Berühren von Teilen1) elektrischer Betriebsmittel sowie deren Komponenten ergeben, die infolge eines Fehlers (z.B. Isolationsfehler) unter Spannung stehen. |
|
|
1) berührbares, leitfähiges Teil, das normalerweise nicht unter Spannung steht, das jedoch im Fehlerfall unter Spannung stehen kann.
|
|
2.Schutz gegen direktes Berühren aktiver Teile (Berührungsschutz)
|
|
z. B. bei Sicherungshaltern. Detaillierte Angaben über getroffene Massnahmen liefern die Datenblätter der entsprechenden Bauteile.
|
|
3. Schutz bei indirektem Berühren
|
|
Massnahmen zum Schutz bei indirektem Berühren bei elektrischen Betriebsmitteln werden gemäss IEC 61140 mit Hilfe der 4 Schutzklassen 0, I, II, III beschrieben. Jede Klasse beinhaltet zwei Schutzmassnahmen, die auch beim Versagen der einen Massnahme keine gefährlichen Körperströme auftreten lassen.
|
|
Schutzklasse
|
Hauptschutzmassnahmen
|
|
0
|
1. Basisisolierung zwischen unter Spannung stehenden und berührbaren leitfähigen Teilen.
2. Erdfreie Umgebung.
|
|
I
|
1. Basisisolierung zwischen unter Spannung stehenden und berührbaren leitfähigen Teilen.
2. Schutzleiter-Anschluss: Leitfähige Teile von Gehäusen, die beim Versagen der Basisisolierung gefährliche Spannungen annehmen können, sind an den Schutzleiter angeschlossen.
|
|
II
|
1. Basisisolierung zwischen unter Spannung stehenden und berührbaren leitfähigen Teilen.
2. Zusätzliche Isolierung. Basis- und zusätzliche Isolierung werden im Begriff «Doppelte Isolierung» zusammengefasst. Unter gewissen Bedingungen kann auch eine «Verstärkte Isolierung» (einheitliches Isoliersystem) einen gleichwertigen Schutz gegen gefährliche Körperströme gewährleisten wie eine «Doppelte Isolierung». Kein Schutzleiter-Anschluss zulässig. Ein allenfalls vorhandener Schutzleiter darf nicht angeschlossen werden und muss wie ein aktives Teil isoliert werden.
|
|
III
|
1. Betriebsisolierung.
2. Energieversorgung mittels Sicherheits-Kleinspannungskreisen (SELV, über Sicherheits-Trafo). Der Schutz gegen gefährliche Körperströme beruht in diesem Fall vollumfänglich auf der Versorgung durch SELV-Kreise (U 42V). Im Betriebsmittel werden keine berührungsgefährlichen Spannungen erzeugt. Schutzleiteranschluss unzulässig.
|
|
Überlastschutz durch thermische Geräteschutzschalter CBEs
|
Top
|
|
|
|
|
|
|
Abb. 1 Thermischer CBE
|
|
|
|
|
|
Abb. 2 Kontaktkraft in Funktion der Bimetallausbiegung
|
|
1) Verklinkungsmechanismus
|
|
2) Sprungmechanismus
|
|
|
|
Geräteschutzschalter mit thermischer Auslösung (thermische CBEs), Abb. 1, simulieren das elektrothermische Verhalten der zu schützenden Komponenten (Stromleiter in Verdrahtungen, Motoren, Transformatoren etc.) mit einem einfachen, aber raffinierten Teil: dem Thermo Bimetall.
|
|
Dieses mechanische Element kann den Wärmeeffekt des Stromes im Leiter simulieren, kann elektrische Energie in eine Bewegung umwandeln (Ausbiegung) und einen Mechanismus auslösen, der den Strom automatisch abschaltet.
|
|
Die Verwendung des Bimetalles bietet einen grossen Vorteil, weil nicht der Strom, sondern die durch ihn erzeugte Erwärmung und deren Einwirk-Dauer die zulässige Belastung der Isolation des Leiters bestimmt.
|
|
CBEs mit thermischer Auslösung absorbieren, wie der Leiter auch, die beim Einschalten und Hochlaufen von Motoren auftretende Überschuss-Energie. Sie vertragen hohe Einschalt-Stromspitzen, die in Stromversorgungs-Geräten, Transformern, Wolframfadenlampen etc. vorkommen und vermeiden störende Auslösungen, die durch solche Überströme entstehen.
|
|
Bei den CBEs der T-Linie werden Auslösemechanismen mit Verklinkung verwendet. Sie gewährleisten daher eine konstante Kontaktkraft bis zur Unterbrechung. Dadurch wird eine einwandfreie elektrische Verbindung bis zum Auslösemoment sichergestellt. Bei Feder- Mechanismen nimmt die Kontaktkraft mit der Ausbiegung des Bimetalles ab. Dies kann zu einer unsauberen Kontaktgabe (electrical noise) und zur Kontakterhitzung resp. Kontaktverschweissung führen (siehe Abb. 2).
|
|
|
|
Die wichtigsten Vorteile thermischer CBEs sind:
|
|
• Gute Simulation des thermischen Verhaltens der zu schützenden Komponenten
|
|
• Unempfindlich gegen Einschalt-Spitzen
|
|
• Eignung in einem grossen Frequenzbereich
|
|
• Einfachheit / Zuverlässigkeit
|
|
• Vorteilhafter Preis
|
|
|
|
CBEs mit thermischen Auslösern reagieren auf eine Veränderung der Umgebungstemperatur. Dies ist in den meisten Anwendungen von Vorteil, weil die Belastbarkeit der zu schützenden Komponenten in den meisten Fällen auch von der Umgebungstemperatur abhängig ist. Bei PVC ist die Übereinstimmung sehr gut. Bei anderen Isolier- Materialien ist die Abweichung grösser, aber die Tendenz existiert prinzipiell in allen Anwendungen, bei denen die Schutzvorrichtung und zu schützende Komponente in der praktisch gleichen Umgebungstemperatur arbeiten. Thermische CBEs können bis zu einem gewissen Punkt auf spezielle Anforderungen betreffend der Belastbarkeit des zu schützenden Objektes angepasst werden.
|
|
Ihre Verzögerungszeit kann auf verschiedene Arten beeinflusst werden. Beispielsweise, indem eine andere Methode zum Erhitzen des Bimetalles angewandt wird (Abb. 3 illustriert zwei Methoden). Die am meisten angewandte Methode ist diejenige der direkten Beheizung des Bimetall-Streifens durch die internen Verluste, die der Strom im Bimetall verursacht (Beispiel A). Falls diese Verluste nicht gross genug sind um genügend Wärme und die nötige Ausbiegung zu erzeugen, wird eine Heizwicklung um den Bimetall-Streifen gewickelt, welche die gewünschte Hitze erzeugt (B). Die Wärme muss dabei durch eine Isolation fliessen bevor sie das Bimetall erreichen und aufheizen kann. Die zeitlich verzögerte Erwärmung führt zu einer Veränderung (Verlängerung) der Auslösezeit. Abb. 4 zeigt die typische Auslösezone von thermischen CBEs. Diese verändert sich mit der Umgebungstemperatur in einer ähnlichen Art und Weise wie die Kennlinie eines PVC-isolierten Leiters (Abb. 5). Die Möglichkeiten können durch Einsatz eines Nebenanschlusses noch erweitert werden, wie in Abb. 6 gezeigt. Der Nebenanschluss erlaubt eine vom thermisch geschützten Hauptpfad unabhängige Stromentnahme.
|
|
|
|
Abb. 3a Simulation durch Bimetalle (direkt beheizt)
|
|
|
|
Abb. 3b Simulation durch Bimetalle (indirekt beheizt)
|
|
|
|
Abb. 4 typische Auslösezone
|
|
|
|
Abb. 5 Schutzbereich
|
|
|
|
Abb. 6a Anschluss-Möglichkeiten - Normal Ausführung
|
|
|
|
Abb. 6b Anschluss-Möglichkeiten - Nebenanschluss
|
|
|
|
Allgemeine Informationen Geräteschutzschalter
|
|
|
|
Abb. 1 Thermischer CBE
|
|
|
|
Abb. 2 Kontaktkraft in Funktion der Bimetallausbiegung
|
|
1) Verklinkungsmechanismus
|
|
2) Sprungmechanismus
|
|
|
|
Geräteschutzschalter, kurz «CBEs» genannt, sind dazu bestimmt, Schutz vor den Gefahren der Elektrizität in Maschinen und Geräten zu gewährleisten. Für die TA45 Linie beinhaltet der Begriff «Schutz» sowohl den Schutz vor den schädlichen thermischen Auswirkungen von Überströmen als auch den Schutz vor Unfällen, die auf unerwartete Wirkungen der Elektrizität zurückzuführen sind.
|
|
Überstromschutz wird erreicht durch die automatische Unterbrechung eines längere Zeit anhaltenden Überstromes mittels eines thermischen Auslösers, der die Abschaltung bewirkt, wenn die Dauer des Überstromes den zulässigen Wert übersteigt. Der wesentliche Teil dieses Auslösers ist ein Thermobimetall (Abb. 1, Abb. 6a).
|
|
Dieses mechanische Element kann den Wärmeeffekt des Stromes im Leiter simulieren, kann elektrische Energie in eine Bewegung umwandeln (Ausbiegung) und einen Mechanismus auslösen, der den Strom automatisch abschaltet.
|
|
Die Verwendung des Bimetalles bietet einen grossen Vorteil, weil nicht der Strom selbst, sondern die durch ihn erzeugte Erwärmung und deren Einwirk-Dauer die zulässige Belastung der Isolation des Leiters bestimmen.
|
|
CBEs mit thermischer Auslösung absorbieren, wie der Leiter auch, die beim Einschalten und Hochlaufen von Motoren auftretende Überschuss-Energie. Sie vertragen hohe Einschalt-Stromspitzen, die in Stromversorgungs-Geräten, Transformatoren, Wolframfadenlampen etc. auftreten, und vermeiden störende Auslösungen, die durch solche Überströme entstehen.
|
|
Bimetalle vertragen auch Frequenzen in einem ziemlich grossen Bereich, z.B. von DC zu 400 Hz, ohne dass Änderungen der Nennwerte oder Charakteristika notwendig werden.
|
|
Die CBEs der TA45 Linie verwenden Auslösemechanismen mit Verklinkung. Sie gewährleisten daher eine konstante Kontaktkraft bis zur Unterbrechung. Dadurch wird eine einwandfreie elektrische Verbindung bis zum Auslösemoment sichergestellt. Bei Feder-Mechanismen nimmt die Kontaktkraft mit der Ausbiegung des Bimetalles ab. Dies kann zu einer unsauberen Kontaktgabe (Rauschen) und zur Kontakterhitzung resp. Kontaktverschweissung führen (Abb. 2).
|
|
CBEs mit thermischen Auslösern reagieren auf eine Veränderung der Umgebungstemperatur. Dies ist in den meisten Anwendungen von Vorteil, weil die Belastbarkeit der zu schützenden Komponenten in den meisten Fällen auch von der Umgebungstemperatur abhängig ist.
|
|
Überlastschutz durch Thermo-magnetische Geräteschutzschalter
|
Top
|
|
|
Thermo-magnetische Geräteschutzschalter haben zwei Auslöser, um einen Überstrom automatisch zu unterbrechen (Abb. 7).
|
|
1) Ein Thermo-Bimetall für Überstrom
|
|
2) Ein Elektromagnet für Kurzschluss-Strom
|
|
|
|
Folglich setzt sich auch die Auslösekennlinie vor allem aus 2 Zonen zusammen, die durch eine dritte Zone verbunden sind, in der entweder die eine oder die andere Art der Auslösung wirksam werden kann (Abb. 8).
|
|
Der Elektromagnet sollte so dimensioniert sein, dass er nicht bei Anlaufströmen, wie sie in der beabsichtigten Anwendung vorkommen, auslöst. Dies bestimmt den zulässigen Strom unter welchem eine sofortige Auslösung nicht vorkommen sollte.
|
|
Der obere Wert des Stromes bei dem eine sofortige Auslösung erfolgen soll, ist vor allem für die Gewährleistung eines selektiven Schutzes von Bedeutung.
|
|
Bei Kurzschluss-Strömen (oberhalb 8...12 x In), ist die schnellere Auslösung, die mit den magnetischen Auslösern erzielt wird, von Vorteil. Sie kann die Heizwicklung von indirekt beheizten Bimetallen vor Überhitzung bewahren und auch die Abschaltleistung des CBE verbessern. Die Geräteschutzschalter, die vor allem für Überstromschutz konzipiert sind, können meist ohne back-up Unterstützung Ströme von 100 bis 300 Ampère unterbrechen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Das Verhalten bei höheren Kurzschluss-Strömen ist vom back-up Schutz mit Sicherungen abhängig.
|
|
|
|
Abb. 7 Thermisch-magnetischer Geräteschutzschalter
|
|
1) Thermo-Bimetall
|
|
2) Elektromagnet
|
|
|
|
Abb. 8 Auslösezonen thermisch-magnetischer CBEs
|
|
1) Thermische Auslösung
|
|
2) Magnetische Auslösung
|
|
3) Thermische oder magnetische Auslösung
|
|
|
|
Die Verhinderung elektrisch bedingter Unfälle kann auf verschiedene Arten erreicht werden. Um Personen vor den Risiken zu schützen, die mit einem völlig unerwarteten Anlauf elektrisch betriebener Geräte verbunden sein können, setzt man Unterspannungs-Auslöser ein. Diese Auslöser bewirken eine sofortige Abschaltung des Gerätes, wenn die Spannung unter einen bestimmten Schwellwert sinkt. Das tritt z.B. bei einem kurzzeitigen Netzausfall ein. Wenn die Netzspannung wieder zur Verfügung steht, würde ein ungeschütztes Gerät anlaufen, weil es eingeschaltet blieb. Das geschützte Gerät hingegen wurde und bleibt ausgeschaltet, bis eine manuelle Einschaltung erfolgt.
|
|
|
|
Abb. 3 Unterspannungs-Auslösung
|
|
|
|
Abb. 4 Mechanische Schaltsperre
|
|
Beim TA45 können Überstrom- und Unterspannungsauslöser kombiniert werden. Der dabei verwendete Unterspannungsauslöser ist eine spezielle Ausführung, wie in Abb. 3 gezeigt. Sie unterscheidet sich von konventionellen U-Auslösern dadurch, dass eine zusätzliche Verklinkung verwendet wird, die es gestattet, die erforderliche Auslösekraft erheblich zu reduzieren. Der Auslöser kann daher mit geringerer Leistung betrieben werden und gleichgerichteten Wechselstrom verwenden. Brummgeräusche, wie sie bei konventionellen U-Auslösern in der EIN-Stellung häufig entstehen, werden dadurch vermieden. Abb. 6b zeigt das zugehörige Schaltschema.
|
|
Typische Beispiele für Anwendungen von U-Auslösern sind schwere Bodenreinigungsgeräte, Hochdruckreiniger etc.
|
|
Um Verletzungen zu vermeiden, die beim Fehlen einer Schutzabdeckung zugefügt werden können, kann die Grundausführung des TA45 durch eine mechanische Schaltsperre ergänzt werden. Ein unter Federspannung stehender Auslösestift bewirkt eine sofortige Auslösung, sobald die Schutzabdeckung für gefährliche Teile, z.B. von Messern eines Häckslers, entfernt wird. Der Schutzschalter kann nicht wieder eingeschaltet werden, solange die Schutzabdeckung nicht auf ihrem vorgesehenen Platz ist. Abb. 4 zeigt das Funktionsprinzip, Abb. 6c das zugehörige Schaltschema.
|
|
Ein Schutz kann auch erforderlich werden, falls an einem abgelegenen Ort eine gefährliche Situation entsteht, welche eskalieren könnte, falls der CBE eingeschaltet bleibt. Um solch ein Risiko zu vermeiden, kann der TA45 mit einem Fernauslöser ausgestattet werden. Mit Hilfe dieses anbaubaren Fernauslösers kann der TA45 durch einen Sensor am gefährdeten Ort ausgelöst werden.
|
|
Das Funktionsprinzip wird in Abb. 5 erläutert, das Schaltschema ist aus Fig. 6d ersichtlich.
|
|
|
|
Abb. 5 Fernauslösung
|
|
|
|
Die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten zeigt die Übersicht der Schaltschemata (Abb. 6).
|
|
|
|
• Abb. 6a zeigt die Grundausführung des TA45 mit einem geschützten Pol. Der CBE ist auf Wunsch auch mit zwei geschützten Polen erhältlich. Diese Ausführung bietet Vorteile bei einem allfälligen Erdschluss.
|
|
• Abb. 6e zeigt ein erweitertes Schema mit einem Nebenanschluss (P1-5) und einem Hilfskontakt (Wechsler).
|
|
• Die Schemata für CBEs mit Unterspannungs-Auslösern, Fernauslösern und der Schaltsperre werden in Abb. 6b, d und c gezeigt.
|
|
Geräteschutzschalter der TA45 Linie sind mit Wippen- oder Drucktastenbetätigung lieferbar und mit diversen Schutzabdeckungen, um den verschiedenartigsten Bedürfnissen gerecht zu werden.
|
|
|
|
Die Stärken der TA45 Linie:
|
|
• Thermischer Überstromschutz
|
|
• Unterspannungsauslösung
|
|
• Fernauslösung
|
|
• Mechanische Schaltsperre
|
|
• 3polige Ausführung
|
|
• 2 Betätigungsarten
|
|
• Hilfskontakt
|
|
• Nebenanschluss
|
|
Vorteilhafte Eigenschaften:
|
|
• Gute Simulation des thermischen Verhaltens der zu schützenden Komponenten
|
|
• Unempfindlichkeit gegen Einschalt-Spitzen
|
|
• Eignung für einen grossen Frequenzbereich
|
|
• Einfachheit / Zuverlässigkeit
|
|
• Vorteilhafter Preis
|
|
• Approbationen
|
|
|
|
|
|